Smartphone mit sensitivem Monitor
T-Mobile und Google sind eine Allianz in Sachen Smartphone eingegangen
Auffällig klein und samtig ist das G1 von T-Mobile und Google. Das Smartphone hat eine aufschiebbare Tastatur, die zum Eintippen jedweder Daten verwendet werden muss. Nur beim Telefonieren stehen zwei Optionen zur Verfügung: entweder die Eingabe der Zahlen über die Tastatur oder über den Screentouch mit den Fingern. Wer mit den Fingern wählen möchte, der lässt die Tastatur wo sie ist und berührt die großen, runden Zahlenfelder. Überhaupt ist das G1 intuitiv zu erfassen. Auch ohne Handbuch und Betriebsanleitung findet sich der User sehr schnell zurecht.
Bevor das internetfähige Mobiltelefon aber genutzt werden kann, muss ein Google-Mail-Konto eingerichtet werden. Das Betriebssystem nennt sich „Android“ und wurde von Google für Mobiltelefone und Smartphones entwickelt. Einen Zugriff auf die Daten des G1 per Computer gibt es nicht. Per Mini-USB kann nur auf den Speicher der SD-Card zugegriffen werden. Alles andere soll über Google abgewickelt werden. Damit unterscheidet sich das G1 in diesem Punkt wesentlich vom iPhone. Vertrieben wird das G1 über T-Mobile mit den Tarifen von T-Mobile. Die Verbindung ins Internet funktioniert über eine High-Speed UMTS-/HSDPA/HSUPA-Verbindung mit bis zu 7,2 MBit/s für den Download. Das Datenvolumen ist vom Anbieter auf ein Gigabyte pro Monat begrenzt. Die Micro-SD-Karte umfasst ebenfalls ein Gigabyte.
Angenehm ist der berührungsempfindliche Bildschirm zum Verschieben oder Vergrößern und Verkleinern von Texten und Fotos. Der Touchscreen reagiert sehr schnell. Der User muss also aufpassen, nicht zu schnell über den Monitor mit den Fingern zu gleiten. So positiv der Touchscreen auffällt, so umständlich ist es auf der Tastatur, die etwas versenkt ist, zu schreiben. Die Tasten sind recht klein, zudem stört rechts das erhöhte untere Teil des Smartphones.
Sehr praktisch sind dafür die Features wie Google Maps, wo über „Menü“ der Standort eingegeben oder eine Route berechnet werden können. Binnen kürzester Zeit hat das G1 den aktuellen Standort relativ genau ermittelt. Um eine Route berechnen zu lassen, muss dann doch die Tastatur aufgeschoben und die Orte eingetippt werden. Es folgt eine Beschreibung mit Kilometerangaben und Hinweisen. Wer die Karte sehen möchte, kann sich beide Orte virtuell ansehen. Im Gegensatz zu einem Smartphone mit GPS wird der User nicht per Sprache durch das Verkehrsnetz geleitet, sondern muss sich die Hinweise immer wieder durchlesen.
Über einen Browser gelangt der Nutzer von der Startseite aus direkt zu Google, wo die gewünschten Suchbegriffe eingegeben werden können. Auch ein kleines pinkfarbenes Symbol mit „web’n walk“ führt direkt zu T-Mobile und einer Adressleiste, wo die URL direkt eingegeben werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich, nach Suchbegriffen zu fahnden. Einige Seiten sind auf Mobiltelefone abgestimmt und anders aufgebaut als über einen herkömmlichen PC und eine Internetverbindung. Spätestens beim Surfen im Internet wird klar, warum die Vergrößerungsfunktion per Fingerdruck auf die Plustaste so sinnvoll ist. Aufgrund des kleinen Monitors sind alle Informationen sehr klein dargestellt und die Leisten zum Eingeben von Informationen schmal. Diese Eingabeleisten werden orange umrandet, sodass der Benutzer immer weiß, wo er was hineinschreibt.
Die Tastatur ist zwar vom Haindling nicht ideal, doch ist die Anordnung der Symbole, Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen gut gemacht. Es gibt ein direkt anwählbares @-Symbol, eine Menü-Taste, eine Art Lupe und eine Löschtaste. Über „Menü“ kann beim Surfen im Internet ein Lesezeichen gesetzt werden. Ferner gibt es die Möglichkeit zum Aktualisieren der Site, eine Suchfunktion und sogar die Ansicht von verschiedenen Fenstern. Das heißt, mehrere besuchte Seiten können nebeneinander angesehen und hin- und her geswitcht werden. Das ist praktisch. Noch eine Besonderheit gibt es: Im Gegensatz zum iPhone können Texte problemlos kopiert und wieder eingesetzt werden. Auch mehrere Programme gleichzeitig zu steuern, ist machbar.
Alles in allem ist das G1 ein hippes, nützliches und sehr schmales Smartphone, das insbesondere für den Datenaustausch im Internet gedacht ist. Ein Audio-Player von guter Soundqualität ist ebenso vorhanden wie die Möglichkeit über Youtube angesagte Videos zu sehen. Damit ist das Smartphone eher etwas für jüngere User oder Internet-Freaks. Office-Anwendungen sucht der User vergeblich. Der Touchscreen funktioniert sehr einfach, dennoch wäre die zusätzliche Einblendung einer Tastatur auf dem Monitor wie bei anderen Geräten von HTC wünschenswert.
© Corinna S. Heyn
Technische Daten:
G1 Smartphone
Betriebssystem: Google Android
Google Mail, Google Kalender
Google Talk
Android Browser mit Zoom-Funktion
High-Speed UMTS/HSDPA/HSUPA mit bis zu 7,2 MBit/s (Download)
3,2“ sliding Touchscreen mit HVGA-Auflösung
192 MB RAM intern, bis zu 8 Gigabyte erweiterbar
3 Megapixel Kamera
Integrierter GPS-Empfänger
USB-Anschluss für Akku, Daten-/Audio-Übertragung
Audio-Player
Bildzeile: Das G1 von T-Mobile wurde in Zusammenarbeit mit Google von der Firma HTC entwickelt und hat einen eigenen Browser namens Android von Google. Ein Audio-Player ist integriert.
Foto: (c) Corinna S. Heyn